Lass ruh'n die Toten

Adelbert von Chamisso
30. Januar 178121. August 1838

Es steht ein altes Gemäuer Hervor aus Waldes Nacht, Wohl standen Klöster und Burgen Einst dort in herrlicher Pracht.

Es liegen im kühlen Grunde Behauene Steine gereiht; Dort schlummern die Frauen, die Starken, Die Mächt'gen der alten Zeit.

Was kommst du nächtlicher Weile Durchwühlen das alte Gestein? Und förderst hervor aus den Gräbern Nur Staub und Totengebein.

Unmächtger Sohn der Stunde, Das ist der Zeiten Lauf, Lass ruh'n, laß ruh'n die Toten, Du weckst sie mit Klagen nicht auf.